Architekturwettbewerb [1005] – 2. Preis

RÖING GENANNT NÖLKE ARCHITEKTEN PartGmbB
Steverstraße 21 – 59348 Lüdinghausen

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Beurteilung des Preisgerichts

Die VerfasserInnen schlagen einen mittig leicht versetzten Baukörper vor, der sich sinnhaft entlang der Straße ‚Am Hesselmanngraben‘ erstreckt.

Ein ungleichschenkliges Satteldach überspannt das Gebäude, das sich zweigeschossig zur Straße und mit einer dreigeschossigen Außenwand und vorgelagerten Balkonen ausgewogen zum südwestlichen Grünraum orientiert.

Das zentral gelegene Treppenhaus wird über einen großzügigen Eingangsbereich vom Hesselmanngraben aus erschlossen, und bildet den Zugang zu den Gemeinschaftsflächen im EG und den einzelnen Wohneinheiten im OG und im Dachgeschoss.

Durch das strukturelle Raster von 3,65 m x 3,65 m, welches die VerfasserInnen für die Gliederung des Wohngebäudes zugrunde legen, wird eine einheitliche Raumaufteilung der Wohnungsgrundrisse ermöglicht.

Die strukturelle Logik, mit der die VerfasserInnen ein hohes Maß an Flexibilität innerhalb der einzelnen Wohneinheiten erreichen wollen, soll durch das Zuschalten einzelner Räume (sog. PLUS- oder KONTAKTZimmer) die Erweiterung von kleinen Wohneinheiten möglich machen.

Ganz im Sinne eines Cluster-Wohnens wird über diese Flächen, die entweder der Gemeinschaft dienen oder einer Wohnung hinzugeschaltet werden können, eine größere Varianz von Wohnungstypen zugelassen und ca. 15% mehr Wohnfläche pro Einheit erreicht.

Wenngleich dieser Ansatz in seiner grundsätzlichen konzeptionellen Idee überzeugt, erscheint eine praktische Umsetzung jedoch weniger realistisch. Weiterhin führt das strukturelle Raster zu einer gleichförmigen Zonierung der unterschiedlichen Räume, deren Zuschnitte funktional nicht immer optimal erscheinen.

Die Fassaden zum Hesselmanngraben und insbesondere die nach Südwesten orientierten Balkonbereiche erscheinen ganz im Sinne eines Cluster-Wohnens stimmig. Die nach Osten orientierte Fassade ist dagegen wenig ausgearbeitet und erinnert eher an eine Einfamilienhaus-Typologie.

Die Arbeit stellt einen wertvollen Beitrag für das geforderte Programm des Cluster-Wohnens in Lüdinghausen dar, erscheint aber für die Umsetzung und Wünsche der Bewohner zu weit entfernt.