thomas becker_architekten GmbH
Overbergstraße 19 – 59320 Ennigerloh
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Beurteilung des Preisgerichts
Das gemeinsame Wohnen wird konzeptionell als Analogie zu einer kleinen Stadt gesehen. So präsentiert sich das Gebäude als Ensemble von drei Baukörpern, die wie dicht aneinander gestellte Einzelhäuser wirken (sollen) – diese passen in das neue Quartier.
Von Osten in das Quartier kommend, wird die Südostfassade mit der vorgelagerten Müllbox an der Ecke ‚Am Hesselmanngraben / Heidenbrink‘ als zu schwach und zu wenig adressbildend empfunden.
Treppenhaus und Aufzug am Eingang liegen ´hintereinander´, ein möglicher Blickbezug oder Kontakt zu den angrenzenden Gemeinschaftsflächen wird vermisst.
Die Zufahrt zu den Stellplätzen wird auf dem Grundstück vorgesehen, dadurch kommt es zu ungewollten Störungen der angrenzenden Wohn- und Schlafräume an der NO-Seite.
Der mittlere Baukörper wird als ‚Marktplatz‘, als zentrale Gemeinschaftsfläche gesehen und ausformuliert. Hier sieht die Jury große Qualitäten der Arbeit, der über zwei Geschosse entwickelte Bereich lässt vielfältige Nutzungsmöglichkeiten, Blickbeziehungen und Aufenthaltsorte erwarten. Die besondere Deckenhöhe im obersten Geschoss und die besondere Belichtung wirken jedoch überinszeniert.
Auch wird der Vorschlag, Teilflächen der Fassaden mit verkohltem Holz zu bekleiden, unterschiedlich bewertet. Der Hüllflächenanteil ist relativ hoch.
Die Fugen zwischen den Baukörpern sind eng, bleiben reine Erschließungsflure. Die Wohnungsgrundrisse vermitteln in ihrer schematischen Möblierung zu wenig nachvollziehbare Atmosphäre.
Die im Kolloquium angesprochenen Anregungen für wechselseitige Raumzuschläge wurden nur bedingt aufgenommen und nicht dargestellt.
Alles in allem handelt es sich um ein interessantes Konzept für das gemeinschaftliche Wohnprojekt, welches sich maßstäblich gut in die Nachbarschaft integriert.




