Eigentümlich

Lüdinghausen ist ein begehrter und umkämpfter Wohnmarkt. Immer wieder bekommen wir Anfragen von Menschen, die eine Wohnung suchen. Gerne unterhalten wir uns dann erst einmal am Telefon über die beiderseitigen Vorstellungen. In vielen Fällen zündet die Gemeinschaftsidee: Die Möglichkeit, sich unkompliziert und ohne Verabredung im eigenen Haus über den Weg zu laufen. Die Aussicht, gemeinsam Freizeit zu verbringen, zu essen, den Garten zu pflegen und dort zu sitzen.

Ein eigentümlich schnelles Ende finden solche Telefonate manchmal, wenn es anschließend um die rechtliche Struktur geht: „Eine Genossenschaft? Keine Eigentumswohnungen?“ Das  kollidiert im Kopf mancher Interessenten mit dem Wunsch, ihre Wohnung nicht nur zu bewohnen, sondern auch zu besitzen. Was erwarten wir von Wohneigentum? Sicherheit, klar: In meiner eigenen Wohnung droht keine Eigenbedarfskündigung! Entscheidungshoheit, auch klar: Ich muss Veränderungen im Haus nicht vom Vermieter genehmigen lassen! Verkaufserlös, auch das ist einleuchtend: Eine Wohnung erhöht im besten Fall im Laufe der Jahre ihren Wert.

Aber das kann zum guten Teil auch die Genossenschaft zusagen: In dieser Wohnung gibt es keine Eigenbedarfskündigung. Wir gemeinsam sind selbst Eigentümer und treffen Entscheidungen über Haus und Wohnung. Und die freiwillig erworbenen Genossenschaftsanteile werfen jedes Jahr eine Dividende ab. Wer braucht da noch Wohneigentum?