Mein Haus, mein Auto, mein Boot

Ein Klassiker der deutschen Werbegeschichte aus den 90er Jahren fasst es knapp zusammen: „Mein Haus, mein Auto, mein Boot!“. Wir hatten schon Interessenten, die dankend abgewinkt haben, als sie hörten, dass es sich um eine Genossenschaft handelt, nicht um Eigentumswohnungen. Aber was genau reizt am eigenen Haus?

Über jedem Mieter hängt das Damoklesschwert, dass er möglichweise seine Wohnung verlassen muss, wenn die Vermieterin Eigenbedarf anmeldet. Unabhängig davon, ob dieser Grund vorgeschoben oder nachvollziehbar ist. Und natürlich treibt einen Mieter die Sorge, dass Mieterhöhungen ihm die Freude am Wohnen verleiden.

Die Genossenschaft schützt vor beiden Problemen: Als Mitbesitzerin der Immobilie bestimme auch ich, ob die Finanzlage einen Mieterhöhung erfordert oder nicht, gemeinsam mit allen anderen Bewohnern. Das schließt Wucher völlig aus. Noch dazu ist die Genossenschaft kein Vermieter aus Fleisch und Blut. Sie hätte also Schwierigkeiten, einen Eigenbedarf anzumelden. Und nicht zuletzt nimmt die Gemeinschaft den einzelnen Bewohnerinnen viel Verantwortung ab. Es finden sich Genossen, die sich um Steuern, Müllabfuhr oder Gartenpflege kümmern, wenn andere das nicht können oder mögen. Damit vereinigt eine Genossenschaft sozusagen das Beste aus beiden Welten – die Sicherheit des Eigentums und die Unbeschwertheit der Miete.

Da sollte es dann mit Recht heißen: Unser Haus, unser Auto, unser Boot.